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Fieberblasen - Die fiesen Begleiter effektiv vergrämen

Spannungsgefühle, leichtes Jucken und Brennen - das sind die beunruhigenden Vorzeichen einer so genannten Fieberblase - hervorgerufen durch den Herpes Virus (Herpes simplex).

Diese Herpesbläschen kommen nicht nur auf den Lippen vor, sondern verursachen auch in der Nase und im Mundraum schmerzhafte, lästige und zudem optisch wenig ansprechende Bläschen, die Betroffene nicht selten 14 Tage oder mehr quälen, bis sind endlich abgeheilt sind.

Herpes-Viren sind hochansteckend - die Dauer einer Infektion liegt ab dem Ausbruch der Infektion bis zum vollständigen Abheilen der schmerzhaften Bläschen bei ungefähr 14 Tagen oder mehr. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Haut- oder Schleimhautkontakt vorrangig durch Speichel - ist der Virus einmal im Körper angekommen, bliebt er im Nervengewebe und bricht häufig bei einem schwachen Immunsystem, Stress, wenig Schlaf oder intensive Sonneneinstrahlung aus.

Ebenso können kleine Verletzungen oder Entzündungen der dünnen und empfindlichen Lippenhaut die Entstehung von Herpesbläschen begünstigen.


Besonders Menschen, die wissen, dass sie den Herpes-Virus in sich tragen, sollten großes Augenmerk auf eine schützende sowie nährende Pflege der Lippen legen - besonders dann, wenn die Lippen großen Belastungen wie starker Sonneneinstrahlung (am Strand, aber auch im Winter auf den Bergen), extremer Kälteeinwirkung, starken Winden usw. ausgesetzt sind.


In diesem Artikel möchte ich dir gerne einige Rohstoffe vorstellen, die du wunderbar in deine Lippenpflegeprodukte einarbeiten kannst und die neben einer konventionellen Therapie (die du beim Arzt deines Vertrauens erfährst) Linderung verschaffen können.


In der Fachliteratur werden folgende ätherische Öle als wirksame Inhaltsstoffe für Formulierungen bei Herpes beschrieben:

Melissenöl, Teebaumöl und Pfefferminzöl zeigen in vitro eine deutliche antiherpetische Wirksamkeit.
Auch gegen Aciclovir-resistente Herpesstämme sind diese Öle wirksam, da sich das Wirkprinzip der natürlichen Substanzen grundlegend vom Wirkmechanismus der synthetischen Produkte unterscheidet.
In klinischen Studien konnte für Teebaumöl eine infektionshemmende Eigenschaft nachgewiesen werden.
Zur Therapie herpetischer Infektionen wird die 3- bis 4-malige topische Applikation verdünnter ätherischer Öle empfohlen.


Hilfreiche Rohstoffe bei Lippenherpes

Braunelle "Prunella vulgaris"

Die kleine Braunelle ist eine weit verbreitete, aber sehr unscheinbare, kriechende Pflanze mit lila-purpurne Blüten, die gerne an Weges- und Wiesenrändern wächst.

Laut einer Studie eines chinesischen Mikrobiologen beinhalten Lippenblütler, wie beispielsweise die Kleine Braunelle, starke Wirkstoffe gegen den Herpes Simplex-Virus.

In dieser Studie steht unter anderem:

Ätherische Öle verschiedener Pflanzen sowie alkoholische Extrakte aus Lamiaceen (Lippenblütlern) haben sich bei In-vitro-Studien als außerordentlich wirksam gegen Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 (HSV-1) erwiesen. Mithilfe des Plaquereduktionstests konnte gezeigt werden, dass die geprüften Pflanzenprodukte v.a. zellfreie Viren inaktivieren und somit deren Infektiosität sehr stark reduzieren oder ausschalten können. (...)
Alkoholische Extrakte aus Braunelle, Melisse und Pfefferminze zeigten in unseren experimentellen Studien einen dualen Wirkmechanismus, indem sie nicht nur zellfreie Viren inaktivierten, sondern bei Vorbehandlung der Wirtszellen die Infektion dieser Zellen mit HSV-1 um über 80 % reduzierten. (...)

Ich persönlich sammle über den Sommer hinweg die Blüten der kleinen Braunelle und ziehe sie dann zerkleinert in 80-90% igem Alkohol (Weingeist) über 6 Wochen hinweg aus, dann filtere ich die Tinktur durch ein Teesieb (z.B. von Cilia©, erhältlich in jedem Supermarkt bei den Kaffeefiltern). Diese Tinktur verwende ich als hochaktiven Wirkstoff in meinen Fieberblasen-Formulierungen.



Melisse "Melissa officinalis"

Das ätherische Öl der Echte Melisse "melissa officinalis" ist ein altbewährtes und äußerst wirksames Mittel bei Fieberblasen, deren Stärke in einer Vielzahl von Studien belegt ist. Sie enthält unter anderem die antivirale Rosmarinsäure, welche Viren schädigt und auch die Anlagerung der Viren an die Zellen verhindert.


Auf der Homepage der Uni Heidelberg findet sich folgende Information:

Ihr Öl verringert die Infektion einer Zellkultur mit Herpes-Viren um mehr als 97 Prozent, indem es die Viren vor dem Befall der Zellen blockiert. Diese Ergebnisse wurden 2008 im Fachjournal "Phytomedicine" veröffentlicht. Da die Pflanzenöle gut in der Haut resorbiert werden, ist eine einfache äußerliche Anwendung denkbar. Außerdem wirken die Öle bereits in so geringen Konzentrationen, dass schädliche Nebenwirkungen für den Körper bisher selten beobachtet werden.

Teebaum

Das ätherische Teebaumöl ist vielen bekannt, denn es gilt mittlerweile als Klassiker in der Hausapotheke, allerdings gibt es bei diesem sehr wirkungsstarken Öl einige Vorsichtsmaßnahmen in der Anwendung zu beachten.

Das Öl an sich ist dünnflüssig und durchsichtig bis leicht gelblich und sollte nicht von den Lippen abgeleckt werden, daher empfehle ich eine punktgenaue Anwendung beispielsweise mit einem Wattestäbchen. Empfehlenswert ist auch eine Mischung mit Lanolin oder Zinkpaste, damit sich das Teebaumöl gezielter anwenden lässt.

Eukalyptus (Eukalyptus camaldulensis)

Das ätherische Eukylptusöl aus der bekannten australischen Pflanze ist ein ebenso bekanntes wie beliebtes ätherisches Öl, das häufig in der heimischen Hausapotheke Einzug findet. Es wird für seine antivirale, antibakterielle sowie desinfizierende und kühlende Wirkung hoch geschätzt, dennoch darf seine starke Wirkungskraft nicht übersehen werden.


Australisches Teebaumöl zeigte laut Studien (publiziert in Teilen u.a. auf https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11338678/) in Virussuspensionstests eine hohe viruzide Wirkung gegen das Herpes Virus.



Zink

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelemt, das starke antientzündliche und austrocknende Eigenschaften hat. Beim Auftragen einer Zinksalbe auf ein Herpesbläschen wird die Flüssigkeit im Bläschen nach außen geleitet und das Bläschen kann so schneller abtrocknen und damit abheilen.

Zudem ist die Zinkpaste eine ideale Basis, um Wirkstoffe und ätherische Öle einzuarbeiten - auch die Herstellung einer Zinkpaste in der heimischen Rührküche, ist, wie ihr gleich lesen werdet, einfach.


Kieselsäure

Der Name klingt vielleicht auf den ersten Blick abschreckend, aber Kieselsäure ist ein weißes, außerordentlich leichtes Pulver, das die Haftung auf der Haut erhöht und das Fieberbläschen bei der Austrocknung unterstützt. Es hat zudem kühlende und beruhigende Eigenschaften und legt sich wie ein Schutzfilm über die Haut.


Propolis

Propolis ist das von Bienen produzierte Kittharz, das von ihnen gegen Bakterien und Pilze im Bienenstock eingesetzt wird. Ich als Imkerkind weiß die wirkungsvollen Inhaltsstoffe des Propolis schon seit meiner Kindheit sehr zu schätzen und wende es auch in vielen Formulierungen bei Fieberblasen an.

Bitte achte beim Kauf deines Propolisextrakts (meist ist es eine Tinktur des Harzes in 96%igen Alkohol) auf eine gute Qualität und kaufe bei deinem regionalen Imker!


Propolis funktioniert auch pur mit Hilfe eines Wattestäbchens aufgetragen, allerdings muss man in diesem Fall schon sehr schmerztolerant sein. ;-)


Die Basis - ein schützendes Lippenpflegerezept

Einarbeiten lassen sich die ausgewählten ätherischen Öle sowie das Braunellenextrakt in jede deiner Lippenpflege-Lieblingsformulierung - hier mein Klassiker, den du bereits beim ersten Kribbeln anwenden solltest:


6g Jojobaöl

4g Bienenwachs

2g Lanolin

2,5g Sheabutter

2g Kakaobutter


Diese Menge reicht für 2 Lippenpflegehüllen á ca. 7ml. Du kannst diese Mischung gerne aber auch in einen kleinen Tiegel füllen, wie du es lieber magst.


Meine ätherische Ölmischung für einen stark wirksamen Fieberblasen-Balsam lautet:


16,5g Lippenpflege-Masse

4 Tr. ätherisches Melissenöl (pur, kein Absolue!)

3 Tr. Teebaumöl

2 Tr. Eukalyptusöl

6 Tr. Propolis-Extrakt (in Alkohol gelöst)


Ja, diese Mischung ist sehr intensiv, aber ich als langjährige, geplagte Fieberblasen-Leidende kann nur sagen, dass ich schon beim ersten Kribbeln auf den Lippen diesen Balsam auftrage und die Fieberblase dann meist gar nicht erst auftauchen. Mein Fazit dazu lautet also: lieber (zu) intensiv, aber dafür keine Fieberblase! ;-)



Braunellen-Balsam für Zwischendurch

Dieses Rezept ist eigentlich kein Rezept (weil es so easy ist), aber es ist eine wertvolle Formulierung für Zwischendurch, um die Fieberblase bereits beim ersten Kribbeln auszuschalten ud die Lippen geschmeidig zu halten.

Du brauchst dafür nur wenige Zutaten, es ist einfach hergestellt und passt untertags in jede noch so kleine Tasche:


10g Lanolin

2g Braunellen-Tinktur

2 Tr. ätherisches Melissenöl (echt und pur!)

Achtung!

Beim ätherischen Melissenöl gibt es zwei "Qualitäten" im Handel, daher möchte ich dich an dieser Stelle auf die Besonderheit des echten ätherischen Melissenöls aufmerksam machen, denn nur dieses eine ätherische Öl hat auch die besondere Wirkung, die du für diese Rezepte brauchst.


Echte Melisse (melissa officinalis)

Nur das ätherische Öl der echten Melisse ist bei meinen Rezepten gemeint; es hat leider den Nachtteil, dass es relativ hochpreisig und häufig schwierig zu bekommen ist.

Meist wirst du auf Nachfrage zuerst das günstige, aber wirkungslose "Melissen-indicum"-Öl (eine Zitronengras-Art, die dem echten Melissenöl zum verwechseln ähnlich riecht) bekommen, daher Vorsicht und genau nachfragen!


Eine gute Qualiät haben meiner Meinung nach die Apotheken mit dem Produkt "TAOASIS® Melissenöl BIO 8 % in Jojobaöl" - es ist wirklich von bester Qualität - ich verwende es schon einige Jahre und bin sehr zufrieden.

Diese Mischung kannst du mit Hilfe eines Wattestäbchens auch pur auftragen!



Zinkoxid-Balsam für die Nacht 20g

6g Lanolin

2g Sheabutter

6g Calendulaöl (Ringelblumenöl)

1,5g Bienenwachs

3g Zinkoxid

Ätherische Ölmischung & Wirkstoffe

8 Tr. Melisse echt Absolue

4 Tr. Teebaum

10 Tr. Propolis

Schmelze alle Rohstoffe der Fettphase gemeinsam in einem Feuerglas bis die Masse flüssig geworden ist. Dann füge die ätherischen Öle und die Wirkstoffe hinzu und rühre gut mit einem Mini-Mixer, damit sich der Balsam gut verbinden kann. Danach fülle ihn am besten in einen Glastiegel und lasse ihn vor dem Zuschrauben noch eine Stunde aushärten.


Verwende bitte bei der Entnahme ein sauberes Wattestäbchen und trage den Balsam nur punktuell auf die Fieberblase auf!


Propolis-Braunellen-Balsam 15g

7,5g Lanolin, anhydrid

2g Kakaobutter

2g Jojobaöl

2g Calendulaöl oder Mandelöl

2g Bienenwachs

Wirkstoffe & Ätherische Öle

15 Tr. Propolisextrakt

15 Tr. Braunellenextrakt

6 Tr. ätherisches Teebaumöl

4 Tr. ätherisches Melissenöl (echt!)


Schmelze alle Rohstoffe der Fettphase gemeinsam in einem Feuerglas bis die Masse flüssig geworden ist. Dann füge die ätherischen Öle und die Wirkstoffe hinzu und rühre gut mit einem Mini-Mixer, damit sich der Balsam gut verbinden kann. Danach fülle ihn am besten in einen Glastiegel und lasse ihn vor dem Zuschrauben noch eine Stunde aushärten.


Verwende bitte bei der Entnahme ein sauberes Wattestäbchen und trage den Balsam nur punktuell auf die Fieberblase auf!



Zinkpaste

10g Zinkpaste (Zinkoxid in Jojobaöl anrühren oder alternativ Zinkpaste aus der Apotheke)

20 Tr. Braunellenextrakt

1 TL Kieselsäure "Silica"

4 Tr. Melisse (echt!)

6 Tr. Propolis


Für dieses Rezept brauchst du nur alle Rohstoffe gut miteinander vermischen - fertig!


Verwende bitte bei der Entnahme ein sauberes Wattestäbchen und trage den Balsam nur punktuell auf die Fieberblase auf!



Ich hoffe, du findest mit dem einen oder anderen Tipp deinen persönlichen Favoriten gegen die lästigen Bläschen!






Quellen



 
 
 

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