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Deodorants - Dezente Begleiter mit starker Wirkung

Gerade jetzt, wo der Frühling (und bald auch der) Sommer vor der Türe steht, gibt es ein wichtiges Thema, mit dem man sich als Selber-Rührer/In fast jedes Jahr neu auseinandersetzen muss: Deodorants.

Mittlerweile haben wir Selber-Rührer/Innen Zugriff auf viele unterschiedliche Rohstoffe, Deo-Wirkstoffe und Formulierungen, aber welches Deo-Rezept ist nun wirklich das beste?

Auf welche Rohstoffe sollen wir im Deo nicht verzichten und warum?

Was hilft wirklich effektiv gegen Geruchsbildung und zu viel Schweißproduktion?

All diesen Punkten möchte ich mit euch in diesem Beitrag auf den Grund gehen.

Jedes Jahr präsentieren uns die diversen Naturkosmetik-Shops neue Wirkstoffe, die den Schweißgeruch verschwinden lassen sollen und das Deo hocheffektiv machen sollen.

Aber funktioniert das denn wirklich? Ist es so einfach?


Auf kaum ein anderes kosmetisches Produkt müssen wir uns so verlassen können, wie auf ein Deo - besonders an heißen Sommertagen soll es vor allem eines: vor unangenehmen Körpergeruch schützen und im Idealfall die Haut pflegen und sanft duften lassen.


Ganz schön viel Verantwortung für so ein kleines Deo, aber eines kann ich dir versichern: mit den richtigen Wirkstoffen und einer soliden Rezeptur schafft es auch ein Deo aus deiner Rührküche, diesen Anforderungen zu entsprechen - ganz ohne Aluminium, chemischen Duftstoffen und hautbelastenden Ingredienzien.


Diesen Beitrag widme ich also den unterschiedlichsten Deo-Formulierungen, deren Vor- und Nachteilen sowie einem kleinen Rohstoffportrait, abgerundet mit duftenden ätherischen-Öle-Kompositionen für dein ganz persönliches perfektes Deo!


Beginnen wir doch einfach mal mit einem unangenehmen Thema: der Entstehung von unangenehmen Körpergerüchen.


Wie entstehen unangenehme Gerüche im Achselbereich?


Eine wichtige Information gleich vorweg: Schwitzen ist eine völlig normale und zudem lebenswichtige Funktion: durch das Absondern von Schweiß, also Flüssigkeit reguliert der Körper seine Temperatur und verhindert so das Überhitzen des Körpers.


Die wässrige Salzlösung, gemeinhin als „Schweiß“ bezeichnet, enthält hauptsächlich Natriumchlorid (Salz). Damit erzeugt der Körper Verdunstungskälte auf der Haut und reguliert so seine Temperatur (Thermoregulation).


Unser Schweiß an sich ist völlig geruchlos. Erst wenn dieser mit den Mikroorganismen unserer Hautflora in Berührung kommt, entsteht durch den Abbau langkettinger Fettsäuren zu kleineren Molekülen wie Butter- oder Ameisensäure der typische unangenehme Schweißgeruch.

Nicht nur eine hohe Umgebungstemperatur oder sehr fettreiche und scharf gewürzte Speisen, sondern auch körperliche Anstrengung sowie emotionale Achterbahnfahrten wie große Aufregung, Angst oder Stress führen zu einer vermehrten Schweißabsonderung.

Sein pH-Wert ist von verschiedenen Faktoren abhängig und schwankt zwischen pH4 und pH7.

Umgangssprachlich nennen wir all diese Produkte einfach nur "Deo", das ist aber lediglich ein Überbegriff für eigentlich drei Arten von Formulierungen, die es zu kaufen gibt:

  • Deodorantien - ihre Aufgabe ist es, den Geruch zu überdecken, also beinhalten sie zahlreiche Duftstoffe und antibakterielle Inhaltsstoffe sowie Enzymblocker, die die Bildung von übel riechenden Fettsäuren vermindern sollen. Antioxidantien, die ebenso die Geruchsbildung hemmen und Absorber, die eventuell entstandene Gerüche aufsaugen sollen.

  • Antitranspirantien - reudzieren die Schweißproduktion mit Aluminiumverbindungen, die die Schweißdrüsen verengen oder sogar verstopfen und so nassen Achseln zu Leibe rücken.

  • Kombinationsprodukte aus Deodorant und Antitranspirant



Aluminium als Wirkstoff

Der Hauptwirkstoff in Antitranspirantien ist das Aluminiumchlorid, ein Aluminiumsalz, das die Schweißporen verengt und so die Ausschüttung von Schweiß reduziert. Ebenfalls eingesetzt werden Aluminium-/Zirkoniumsalze, die eine ähnliche Wirkung aufweisen. Es gibt leider bis dato keinen anderen Wirkstoff, der auch nur annährend eine gleichwertige Wirkung gegen nasse Achseln bietet.

Aluminiumsalze werden in diesen Formulierungen in einer gelbasierten Rezeptur "eingebettet" und sollen aufgrund ihrem relativ hohen Molekulargewicht und der Bildung von Proteinkomplexen in den äußeren Hautschichten äußerst schwer durch die Haut diffundieren können. Diese Aussagen betreffen aber ausschließlich die gesunde Haut - wenn du dich aber vor dem Auftragen eines Antitranspirans im Achselbereich rasiert hast oder deine Haut anderwertig verletzt ist, dann ist ein direktes Eindringen von Aluminiumsalzen in deinen Körperkreislauf sehr wahrscheinlich.


Welche Aluminiumverbindungen gibt es in Deos?


Auf www.haut.de sind alle in konventionellen Antitranspirantien eingesetzte Aluminium-Verbindungen mit ihren INCI-Bezeichnungen aufgelistet:


  • ALUMINUM CHLORIDE (Aluminiumchlorid)

  • ALUMINUM CHLOROHYDRATE (Aluminiumchlorhydrat, Aluminiumhydroxychlorid)

  • ALUMINUM CHLOROHYDREX (Aluminium-Chlorhydrat, Aluminiumhydroxychlorid; umgesetzt mit Propylenglykol)

  • ALUMINUM CHLOROHYDREX PEG (Aluminium-Chlorhydrat, Aluminiumhydroxychlorid; umgesetzt mit Polyethylenglykol)

  • ALUMINUM CHLOROHYDREX PG (Aluminium-Chlorhydrat, Aluminiumhydroxychlorid; umgesetzt mit Propylenglykol)

  • ALUMINUM DICHLOROHYDRATE (Aluminium-Dichlorhydrat)

  • ALUMINUM DICHLOROHYDREX PEG (Aluminium-Dichlorhydrat; umgesetzt mit Polyethylenglykol)

  • ALUMINUM DICHLOROHYDREX PG (Aluminium-Dichlorhydrat; umgesetzt mit Propylenglykol)

  • ALUMINUM SESQUICHLOROHYDRATE (Aluminium-Sesquichlorhydrat)

  • ALUMINUM SESQUICHLOROHYDREX PEG (Aluminium-Sesquichlorhydrat; umgesetzt mit Polyethylenglykol)

  • ALUMINUM SESQUICHLOROHYDREX PG (Aluminium-Sesquichlorhydrat; umgesetzt mit Propylenglykol)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM OCTACHLOROHYDRATE (Aluminium-Zirconium-Octachlorhydrat)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM OCTACHLOROHYDREX GLY (Aluminium-Zirconium-Octachlorhydrat; umgesetzt mit Glycin (Aminoessigsäure)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM TETRACHLOROHYDRATE (Aluminium-Zirconium-Tetrachlorhydrat)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM TETRACHLOROHYDREX GLY (Aluminium-Zirconium-Tetrachlorhydrat; umgesetzt mit Glycin (Aminoessigsäure)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM TRICHLOROHYDRATE (Aluminium-Zirconium-Trichlorhydrat)

  • ALUMINUM ZIRCONIUM TRICHLOROHYDREX GLY (Aluminium-Zirconium-Trichlorhydrat; umgesetzt mit Glycin (Aminoessigsäure)

  • POTASSIUM ALUM (Kaliumaluminiumsulfat)

  • ZINC SULFATE (Zinksulfat)



Auch wenn zahlreiche Studien das Eindringen von Aluminumsalzen in unseren Körper als "niedrig wahrscheinlich" einstufen und eine gewisse Menge an Aluminium für den menschlichen Körper als "tolerant" bezeichnen, so verzichte ich lieber auf die umstrittenen Aluminiumsalze in meinem Körper und kreiere mir meine hocheffektiven Deoprodukte lieber selbst.


Auch die medizinische Uni Innsbruck schreibt:


„Wir können keine Entwarnung geben, was die Verwendung von Deodorants mit Aluminiumsalzen angeht“, fasst Hanno Ulmer die Ergebnisse zusammen. Bis zur vollständigen Klärung der Bedeutung von Aluminiumsalzen als potentiell krebsauslösender Stoff empfehlen die StudienautorInnen einen sorgsamen Umgang mit Unterarm-Kosmetika die Aluminium enthalten. Insbesondere wird empfohlen, im jungen Lebensalter auf einen übermäßigen Gebrauch zu verzichten."


Wenn du noch genauer in das Thema Aluminium in Deos eintauchen willst, dann findest du hier ein paar gute Informationen:


Aber jetzt weg von den industriellen Deos - ich teile mit euch hier meine Deo-Lieblingsrezepte und zeige euch die effektivsten Wirkstoffe für duftende Achseln! :-)


Folgende Deo-Wirkstoffe machen Sinn und wirken intensiv


  • Grapefruitkernextrakt

Das Grapefruitkern-Extrakt wird aus den Kernen der Grapefruit hergestellt und hat antimikrobielle (also gegen Pilze, Bakterien und Viren gerichtete) Eigenschaften, die man besonders in Deodorants zur Reduktion von unangenemen Körpergerüchen einsetzt.

Viele Quellen im Internet hypen das Grapefruitkernextrakt in den Himmel, seine Wirkung ist aber begrenzt und auch die Hautverträglichkeit ist oftmals weniger rosig.


  • Zinc Ricinoleate

Ist eine Zinkverbindung, die Geruchsmoleküle effektiv neutralisiert. Es wird aus Rizinusöl hergestellt und ist neben seiner hohen Hautverträglichkeit einfach in einer Deoformulierung zu verarbeiten. Im Gegensatz zu Duftstoffen, die Körpergeruch nur überdecken, bindet Zinc Ricinoleate die geruchsbildenden Moleküle (z. B. flüchtige Fettsäuren) und macht sie dadurch geruchlos.

Um eine effektive Geruchsverminderung zu erreichen, sollte die Einsatzkonzentration zwischen 1,5% und 3% der Gesamtformulierung liegen.

Die Wirksamkeit kann durch eine Kombination mit Zinc PCA gesteigert werden.


  • Decalact Deo = Smell Free

Decalact Deo ist ein innovativer, zertifiziert-natürlicher Deo-Aktivstoff, hergestellt aus einer Kombination von Milchsäure, Salbeiöl, Fettsäuren und Zitronensäureester. Diese Formulierung bietet einen verlässlichen Schutz gegen Körpergeruch für bis zu 24-Stunden, ohne Hautirritationen oder Flecken auf der Kleidung zu verursachen.

Das Wirkprinzip von Decalact Deo basiert auf dem Synergieeffekt seiner Bestandteile, die antimikrobiell wirken und den Zersetzungsprozess des Schweißes verlangsamen, wodurch die Geruchsbildung effektiv gehemmt wird. Decalact Deo ist besonders an heißen Sommertagen wirksam, brennt nicht auf frisch rasierter Haut und wird auch von empfindlicher Haut gut vertragen.

Die Inhaltsstoffe sind Sodium Caproyl/Lauroyl Lactyl Lactate (ein emulgierender und feuchtigkeitsspendender Wirkstoff, der aus Milchsäure (Lactyl) und Fettsäuren (Caproyl/Lauroyl) gewonnen wird und starke antibakterielle Eigenschaften aufweist. Nebenbei ist er sehr hautpflegend und stärkt die Hautbarriere) und Triethylcitrate - ein Ester aus Zitronensäure, der geruchsbildende Enzyme in Schweißbakterien hemmt und so de Entstehung unangenehmer Gerüche verhindert.


  • Farnesol

Farnesol ist ein natürlicher Wirkstoff (ein Sesquiterpenalkohol), der unter anderem in ätherischen Ölen bzw. Pflanzen wie Jasmin, Rosen, Moschuskörner, Schafgarbe, Blauer Eukalyptus, Oregano, Zitronengras und Lindenblüten vorkommt und bekannt für seine adstringierenden und antibakteriellen Eigenschaften ist. Der Name stammt von der Akazienart Acacia farnesiana und es hat einen blumigen und etwas an Maiglöckchen erinnernden Duft.

Seine Fähigkeit, die Geruchsbildung effektiv zu hemmen, indem es das Wachstum geruchsverursachender Bakterien unterbindet, macht es zu einem beliebten und sinnvollen Wirkstoff in in Deoformulierungen (und für Fußssprays etc.)

Farnesol ist ein fettlöslicher Wirkstoff, daher empfiehlt sich bei der Verwendung in wässrigen Mischungen die Kombination mit dem Lösungsvermittler LV41 im Mischverhältnis von 1:2, um optimale Resultate zu erzielen.


  • Zitronensäureester - Triethylcitrat

Zitronensäureester ist ein sehr effektiver, bestens verträglicher und unbedenklicher Deowirkstoff. Dieser Wirkstoff bietet eine natürliche Lösung zur Hemmung schweißzersetzender Bakterienenzyme, wodurch die Geruchsbildung signifikant reduziert wird, denn es wird anstelle des Körperschweißes von der Bakterienflora der Haut zu geruchsarmen Stoffen zersetzt.

In Kombination mit weiteren Wirkstoffen (z.B. Zinc PCA, Zinc Ricinoleate etc.) kann bei Deodorants eine hervorragende Leistungsstärke bis zu 24 Stunden erreicht werden - und das ganz ohne Aluminiumsalze!

Für die Einarbeitung von Zitronensäureester in wässrige oder alkoholische Lösungen wird die Verwendung eines Lösungsvermittlers wie LV41, Lösungsvermittler G 10 LW 70 MB oder Solubol empfohlen, um eine optimale Löslichkeit und damit Wirksamkeit zu gewährleisten. In ölbasierten Rezepturen ist Triethylcitrat ohne Lösungsmittel sehr gut löslich.

Triethylcitrat wird mit einer Konzentration von 1-5 % in die Ölphase eingearbeitet. Der pH-Wert der Formulierung sollte auf 4-5 eingestellt werden.



  • Zinc PCA

Zink PCA besteht aus Zink und PCA (L-Pyrrolidoncarbonsäure), das als Feuchthaltemittel in Hautpflegeprodukten aber auch als antibakterieller Wirkstoff für Deoformulierungen verwendet wird.

Es ist wasserlöslich und sollte für eine intensive Wirksamkeit mit rd. 1-1,5% der Gesamtformulierung eingearbeitet werden. Das Endprodukt sollte einen pH-Wert von 7 nicht übersteigen, denn dann neigt Zinc PCA zu Ausfällungen (es flockt dann sichtlich aus). Aus diesem Grund bitte vorsichtig sein, wenn du das Deo in einem basischen Bereich formulieren möchtest!



Arten von Deo-Formulierungen


Deopuder - trendig und innovativ

Deos in Form von Deopuder sind pulvrige Zubereitungen, die Feuchtigkeit unter den Achseln wie ein kleiner Schwamm aufsaugen und ein samtiges Hautgefühl hinterlassen. Sie werden - ähnlich wie Make-Up - mit einem breiten Pinsel unter der Achsel aufgetragen und haften durch die Kieselsäure und das Magnesiumstearat wunderbar lange auf der Haut.

Die Möglichkeit der Wirkstoff-Einarbeitung ist leider begrenzt, weswegen sich ein Deopuder nur für jene eignet, die nicht unter starken Schweißattacken leiden.


Für Deo und Fußpuder eignen sich zum Beispiel:

  • Kieselsäure (absorbierend)

  • Kieselsäure amorph (absorbierend)

  • Magnesiumstearat (haftend)

  • Reispulver (mattierend, erhöht die Griffigkeit)

  • Seidenpulver (schützt die Haut, samtiges Gefühl)

  • Diatomeenerde/Kieselgur (absorbierend)

  • Perlenpulver (hautschützend, samtiges Hautgefühl)

  • Zinc PCA (weißes Pulver - stark gegen Gerüche, antibakteriell)


Deospray

Die Basis eines Deosprays ist immer eine wässrige Basis (entweder ein Hydrolat oder ein destilliertes Wasser), das mit den gewünschten Wirkstoffen angereichert wird. Deosprays werden - wie der Name schon sagt - auf die Haut aufgesprüht.


Deocreme (eigentlich ein Deobalsam, wenn man es genau nimmt)

Die klassischen Deocremen beinhalten keine Wasserphase, weswegen sie eigentlich als Balsam bezeichnet werden müssten (was aber niemand macht). Sie werden mit den Fingern im Achselbereich aufgetragen.


Deo-Fluid

Ein Deo-Fluid ist eine leichte Lotion, die man ebenfalls mit den Fingern im Achselbereich aufträgt. Sie ist weniger klebrig als eine Deocreme und gibt ein erfrischendes, leichtes, seidiges Körpergefühl.


Deostick

Im Deostick werden härtende Komponenten beigefügt (z.B. Beerenwachs), damit sich die Deomasse in einen Stick füllen lässt. Praktisch ist, dass der Stick direkt auf die Haut aufgetragen werden kann.


Deo-Bars

Deo-Bars sind feste Deostücke, die ähnlich wie ein Deostick formuliert werden und dann als kleine Bars ausgeformt werden, die man direkt im Achselbereich anwendet. Sie sind klein, handlich und perfekt für die Reise.


Deos im basischen Bereich?


Bei Deodorant-Produkten wird meist ein basischer pH-Wert gewählt, da sich in einem basischen pH-Bereich die geruchsbildenden Bakterien schwerer vermehren können und das Deo daher grundsätzlich eine bessere Wirksamkeit zeigt.


Welche Rolle spielt der pH-Wert bei einer Deo-Formulierung?

Deodorants werden normalerweise mit Hilfe von Natron (meist in einer Einsatzkonzentration von 3-10% der Gesamtformulierung), NaOH oder Arginin in einem basischen Bereich (ab 8 aufwärts) eingestellt, da sich geruchsbildende Bakterien in einem basischen Bereich nicht gut vermehren können und so die Geruchsbildung verhindert bzw. vermindert wird.


Viele Menschen vertragen jedoch Natron nicht gut und arbeiten daher mit Arginin, einer Aminosäure, die den pH-Wert ebenso in den basischen Bereich bringen kann.


Details zu den drei pH-Regulatoren


  • L-Arginin

L-Arginin ist eine basische Aminosäure, die in der Kosmetik vorrangig als Stimulator der Biosynthese in den Hautzellen und als feuchtigkeitsspeichernde Substanz verwendet wird. Es gilt als äußerst verträglich und ist mit beinahe allen anderen Rohstoffen kompatibel.

L-Arginin stabilisiert den natürlichen pH-Wert der Haut und bewahrt nachhaltig ihren Säureschutzmantel.

Praktisch wird L-Arginin in einer 10%igen wässerigen Lösung vorgelöst und dann in das Wunschprodukt eingearbeitet.


  • Natron (Natriumhydrogencarbonat - Backnatron oder E500)

Im Wasser gelöst, entwickelt es seinen basischen pH-Wert. Um eine gesättigte Natronlösung herzustellen, benötigt man ca. 96g Natron auf 1 L Wasser – dieses Gemisch hat dann einen pH-Wert von ca. 8,5.

In wasserfreien Deo-Formulierungen kann Natron auch als Pulver eingearbeitet werden, mit der Feuchtigkeit des Schweißes beginnt das Natron dann seine basische Wirkung direkt auf der Haut zu entfalten.


Achtung bei der Einarbeitung von Natron in der Wasserphase!

Ab 50°C beginnt eine thermische Zersetzung des Natrons, das heißt, aus dem weniger basischen Natron entsteht das basischere Soda (und Kohlenstoffdioxid und Wasser).


  • NaOH

Eine weitere Möglichkeit ist NaOH, Ätznatron, das jedoch niemals pur (!!!) in das Deo eingearbeitet werden darf, sondern nur in einer stark verdünnten Lösung zum Einsatz kommen soll.

Du kannst dir eine 10%ige Natriumhydroxydlösung herstellen, indem du destilliertes Wasser und NaOH im Verhältnis 9:1 mischt. Diese Lösung wird am besten in eine Braunglasflasche gefüllt, mit einem Pipettenverschluss versehen und tropfenweise dem Produkt beigegeben.


  • Harnstoff (Urea)

Harnstoff selbst hat einen pH-Wert von 9,5 - diese Tatsache macht Urea zu einem wirkungsvollen pH-Erhöher in der Kosmetik. Da seine weichmachenden Eigenschaften jedoch in einem Deodorant weniger gewünscht sind, verwende ich Urea in Deo-Formulierungen nicht.

Rezepte


Einfache Deocreme für Anfänger/Innen 50g


10 g Sheabutter

3g Beerenwachs (oder Myrica-Wachs; ist ein weißes Wachs, daher besser geeignet als Bienenwachs)

10 g Kokosöl

8 g Natron

10 g Stärke (Mais- Tapioka- oder Pfeilwurzelstärke)

3 g Zinc Ricinoleate

1,5g Decalact Deo


Ätherische Ölmischung

4 Tr. Bergamotten-Minze

3 Tr. Zitrone

4 Tr. Orange


Herstellung

Sheabutter, Beerenwachs und Kokosöl im Wasserbad langsam schmelzen. Natron und Stärke einrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Zinc Ricinoleate und Decalact Deo hinzufügen und gut verrühren, bis es sich vollständig aufgelöst hat.

Nun die ätherische Ölmischung ergänzen und die noch flüssige Masse in einen flachen Tiegel (ich verwende gerne einen Alutiegel oder ein flaches Schraubgefäß) und noch offen aushärten lassen.


Anwendung

Eine kleine Menge (erbsengroß) auf die Achseln auftragen und sanft einmassieren.

Diese Deocreme hält sich ca. 6-12 Monate.




Sanfte Deocreme für empfindliche Haut, 50g


15 g Sheabutter (hautberuhigend, pflegt die Haut)

10 g Kokosöl oder Mandelöl (sanft zur Haut, antibakterielle Wirkung)

10 g Stärke (Mais- Tapioka- oder Pfeilwurzelstärke)

3 g Zinc Ricinoleate (bindet Gerüche)

5 g Zinkoxid

2g Decalact Deo


Ätherische Ölmischung

3 Tr. Rosengeranie

4 Tr. Lavendel

2 Tr. Kamille blau


Herstellung

Sheabutter und Kokosöl im Wasserbad langsam schmelzen. Nun Zinkoxid, Zinc Ricinoleate und Stärke einrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Schließlich Decalact Deo hinzufügen und gut verrühren, bis es sich vollständig aufgelöst hat.

Nun die ätherische Ölmischung ergänzen und die noch flüssige Masse in einen flachen Tiegel (ich verwende gerne einen Alutiegel oder ein flaches Schraubgefäß) und noch offen aushärten lassen.


Anwendung

Eine kleine Menge (erbsengroß) auf die Achseln auftragen und sanft einmassieren.

Haltbarkeit: ca. 6-12 Monate.

Diese Deocreme ist besonders gut für sehr empfindliche oder frisch rasierte Haut geeignet.



Trendiges Deo-Puder 50g


10g Kieselsäure

10g Seidenpulver

10g Magnesiumstearat

20g Tapioka-Stärke

3g Natriumbicarbonat


1g Zinc PCA

3 Tr. äth. Rosmarin

2 Tr. äth. Muskatellersalbei

3 Tr. äth. Lemongras

2 Tr. äth. Zitrone


Herstellung

Die Herstellung dieses Deo-Puders ist denkbar einfach: alle Rohstoffe werden miteinander vermischt - am besten funktioniert das in einer kleinen Küchenmaschine (wie Moulinex™ o.ä.).

Dann fülle das Deopuder in ein Make-Up-Döschen und trage es bei Bedarf mit einem Pinsel unter den Achseln auf.


Duftendes Deo-Fluid 100g


Fettphase

5g Squalan

3g Kokosöl

5g Rizinusöl

2,5g Zinc Ricinoleate (braucht 70°C, um aufzuschmelzen)

4g Montanov™ 202

2g Behenylalkohol


Wasserphase

70g Hydrolat nach Wahl (besonders geeignet sind Lindenblüten- Salbei- Pfefferminze- Zitronenverbene- Lemongras- oder Melissenhydrolat - können auch gemischt werden, je nach Duftvorliebe)

0,2g Xanthan, Cosphaderm oder Emulprot

5g Pentylene Gylcol


Wirkstoffphase

2g Triethylcitrat (Zitronensäureester)

1,5g Zinc PCA

4g Decalact Deo


Herstellung

Zuerst die gesamte Fettphase in einem Feuerglas schmelzen, bis alle Rohstoffe flüssig sind. Ebenso die Wasserphase erhitzen, bis das Feuerglas am Rand beschlägt, dann von der Platte ziehen und das Konservierungsmittel Pentylene Glycol mit dem Mini-Mixer einarbeiten.

Anschließend den Gelbildner bzw. den Emulgator (je nach Verfügbarkeit und Vorliebe) ebenso mit dem Mini-Mixer einarbeiten, bis eine fluidartige Konsistenz entsteht.


Nun die Fett- sowie die Wasserphase zusammenfügen, die Wirkstoffe nach und nach ergänzen, den pH-Wert auf unter 7 einstellen und mit den gewünschten ätherischen Ölen beduften.

Am besten füllst du dieses Deo-Fluid in einen Airless-Spender ab, so hält es sich lange und kann auch ohne Auslaufgefahr in der Handtasche transportiert werden.




Luftiger Deo-Stick 65g


40g Neutralöl (Capric/Caprylic Triglyceride)

10g Stearin(säure)

5g Beerenwachs

1,5g Zinc Ricinoleate

2,5g Zitronensäureester (Triethyl-Citrat)

0,5g Zinc PCA

5g Reisstärke


Ätherische Ölmischung

3 Tr. Muskatellersalbei

4 Tr. Pfefferminze

2 Tr. Eukalyptus

3 Tr. Menthol


Zuerst werden das Netralöl, die Stearinsäure sowie das Beerenwachs gemeinsam mit dem Zinc Ricinoleate in einem Feuerglas geschmolzen. Danach das Feuerglas von der Platte ziehen und die restlichen Wirkstoffe gut mit dem Mini-Mixer einrühren, bis eine einheitliche Masse entsteht und die Klümpchen der Reisstärke verschwunden sind.


Zum Schluss die Masse rasch in einen Deostick-Behälter füllen und aushärten lassen.

Haltbarkeit: 12 Monate.


Erfrischender Deo Roll-On, 50g


37g Pfefferminzhydrolat

0,5g Natron

1g Emulprot

2,5g Pentylene Glycol


2g Farnesol

2g Salbeiextrakt

0,5g Zinc PCA

1g Grünteeextrakt

2g Decalact Deo (Smell Free)

2g Triethyl Citrat (Zitronensäureester)


Ätherische Ölmischung

10 Tr. Neroli Absolue

8 Tr. Zitrone

2 Tr. Grapefruit

6 Tr. Palmarosa


Herstellung

Das Hydrolat ohne Emulprot und ohne Natron erwärmen (bis das Feuerglas beschlägt), dann das Natron und das Emulprot mit dem Mini-Mixer gut einarbeiten, bis eine einheitliche, leicht gelige Flüssigkeit entsteht.

Danach auf Handwärme abkühlen (immer rühren!) und die Wirkstoffe einarbeiten.

Den pH-Wert nicht auf 5,4 einstellen, ein leicht basischer pH-Wert ist erwünscht, da sich Bakterien in diesem Milieu schlecht vermehren und daher die Geruchsbildung gehemmt wird.

Haltbarkeit: 6 Monate.




Meine liebsten ätherischen Ölmischungen (auf Basis 50g)

Ätherische Öle in Deodorants sorgen nicht nur für einen angenehmen Duft, sondern können auch antibakterielle oder hautpflegende Eigenschaften haben. Hier sind einige der besten ätherischen Öle für Deo:


1. Frisch & zitrusartig 🍋

Diese Öle wirken erfrischend und haben eine antibakterielle Wirkung:

Zitrone – belebend, antibakteriell

Limette – erfrischend, leicht desodorierend

Bergamotte – stimmungsaufhellend

Orange – sanft zur Haut, fruchtig-frisch


2. Kräuter & frisch 🌿

Diese Öle wirken antibakteriell und unterstützen die Haut:

Teebaumöl – stark antibakteriell, ideal gegen geruchsbildende Bakterien

Salbei – hemmt übermäßige Schweißproduktion

Rosmarin – durchblutungsfördernd, leicht desodorierend

Thymian (mild oder linaloolhaltig) – antibakteriell, entzündungshemmend


3. Blüten & sanfte Düfte 🌸

Diese sind ideal für empfindliche Haut und haben oft eine beruhigende Wirkung:

Lavendel – beruhigend, antibakteriell

Kamille (römisch oder blau) – entzündungshemmend, hautberuhigend

Geranie – leicht blumig, harmonisierend


4. Holzig & Würzig 🌲

Diese Öle geben dem Deo eine erdige Note und wirken antiseptisch:

Zedernholz – holzig-warm, antibakteriell

Sandelholz – pflegend, desodorierend

Vetiver – erdig, beruhigend


Belebende, frische Mischung

4 Tr. Zitrone

3 Tr. Rosmarin

2 Tr. Teebaum


Sanft & blumige Mischung

3 Tr. Lavendel

2 Tr. Kamille

4 Tr. Rosengeranie


Holzig-warme Mischung

3 Tr. Zedernholz

5 Tr. Bergamotte

2 Tr. Sandelholz bzw. Amyris


Männerdeo

3 Tr. Vetiver

4 Tr. Muskatellersalbei

5 Tr. Limette


Viel Freude beim Lesen und Nachrühren!

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