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Sonnenschutzkosmetik

Aktualisiert: 16. Nov. 2021

mit zuverlässigen UV-Filtern, natürlichen Rohstoffen und wirksamen Inhaltsstoffen selbst herstellen.


Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres...

Sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling unsere Haut kitzeln oder die Urlaubszeit naht, machen wir uns Gedanken über den passenden Sonnenschutz. Besonders wenn man Kinder hat, schätzt man gerade für die besonders empfindliche Haut der Kleinsten einen richtigen, verlässlichen und hautgesunden Sonnenschutz.


Eine angemessene Sonnendosis ist für die Bildung von Vitamin D3 im menschlichen Körper unverzichtbar.


Sonnenlicht aktiviert neben den positiven körperlichen Auswirkungen auch emotionale Prozesse: es wirkt depressionslösend, macht uns glücklich und ausgeglichen – der Sommer ist für viele Menschen die schönste Jahreszeit – jedoch ist sie aus Sicht unserer Haut durchaus mit Vorsicht zu genießen!


In den Empfehlungen der Fachgesellschaften werden zum Schutz vor übermäßiger UV-Bestrahlung durch Sonnenlicht drei wichtige Punkte genannt:


  • Kein übermäßiges, exzessives Sonnenbaden, öfter einmal im Schatten aufhalten – um die Mittagszeit die starke Sonne meiden

  • Textiler Lichtschutz (lange Kleidung, Kopfbedeckung), besonders wichtig für Kinder

  • Sonnenschutzmittel als ergänzender Schutz


Übermäßige UV-Bestrahlung kann zu

  • vorzeitiger Hautalterung (wenn die hauteigenen Schutz- und Reparaturmechanismen überfordert sind)

  • Sonnenbrand (=Entzündungsreaktion der Haut, hinterlässt immer Schäden in der Haut)

  • Hautkrebs (in den letzten Jahren immer häufiger – durch die Abnahme der Ozonschicht und dem nachlässigen Umgang mit Sonnenschutz) führen.

Auch wenn wir es kaum oder gar nicht wahrnehmen, wir sind ständig UV-Strahlen

ausgesetzt.


Auch im Schatten, bei Nebel und im Gebirge sowie im Winter beim Ski fahren oder spazieren gehen – UV-Strahlung begleitet uns immer an der frischen Luft.


Die natürliche UV-Strahlung des Sonnenlichts besteht aus

  • langwelligen UV-A-Strahlen und

  • kurzwelligen UV-B-Strahlen, wobei die energiereichen UV-B-Strahlen als Mitursache für Hautkrebs gelten.


Die langwelligeren UV-A-Strahlen verursachen eine rasche Bräunung von geringer Dauer. Sie dringen tief in die Haut, greifen ihr elastisches Bindegewebe an und führen vorzeitige Hautalterung herbei.



Ein wirksamer Sonnenschutz sollte vor der Strahlung beider UV-Wellen zuverlässig schützen.


Wie funktioniert Sonnenschutz?


Grundsätzlich unterscheidet man bei den UV-Filtern zwei Wirkprinzipien:


Physikalische Filter (=mineralische Filter)

bleiben weitgehend auf der Hautoberfläche haften und wirken dort wie Milliarden von kleinen Spiegeln.


Sie reflektieren und streuen das einfallende UV-Licht und bestehen in der Regel aus winzigen Partikeln (Nano-Partikeln) von Metalloxiden wie etwa Titandioxid und Zinkoxid, Eisenoxid, Calciumcarbonat (Schlämmkreide), Kaolin (Weißer Lehm), MICAS (Schimmerpigmente) und Talkum.


Diese sind weiß – und das ist auch ein Charakteristikum vor allem von starken Filtern mit einem Schutzfaktor von mehr als 30 – das heißt, die Sonnencreme bildet auf der Haut einen weißlichen Schutzfilm, den man jedoch in der selbst gerührten Kosmetik mit Hilfe von Squalan gut vermindern kann oder man greift auf Zinkoxid-Mischungen (etwa in Jojoba- oder Neutralöl) zurück, die das Zinkoxid bereits eingearbeitet haben und so das Weißeln nahezu unterbunden haben.


Ein großer Vorteil der mineralischen Sonnenschutzfilter ist der sofortige Schutzfilm nach dem Auftragen, die Reflexion der Sonnenstrahlen funktioniert sofort. Die Wartezeit, wie man sie von chemischen UV-Filtern kennt, entfällt also.


Wichtig – dick eincremen!

Die Schutzwirkung der mineralischen Filter hängt auch wesentlich davon ab, wie dick man die Sonnencreme aufträgt. Leider verwenden die meisten Menschen nur rund die Hälfte der empfohlenen Menge, sodass sie nicht ausreichend vor der Sonneneinstrahlung geschützt sind.


Nur dann, wenn die kleinen Partikelchen flächendeckend und ausreichend auf der Haut verteilt werden, können sie ihren verlässlichen Sonnenschutz erfüllen, andernfalls entstehen kleine „Lücken“ auf der Haut (dort, wo nicht bzw. viel zu dünn eingecremt wurde) – an diesen Stellen kann die Strahlung ungehindert auf die Haut auftreffen und Schäden anrichten.


Chemische Filter

sind Substanzen, die molekular verteilt in die Haut eindringen und mit ihr den Schutzfilm bilden. Sie reflektieren die schädlichen Strahlen nicht, sondern wandeln sie in ungefährliche Energie um: in harmloses Infrarotlicht beziehungsweise Wärme.


Chemische Filter, welche in industriell gefertigter Sonnenkosmetik enthalten sind, basieren meist auf hoch chemischen Formeln und werden in diesen Produkten mit künstlichen Konservierungsmitteln, Duft- und Farbstoffen, schlecht verträglichen Emulgatoren, Weichmachern und Einziehhilfen kombiniert.


Dieser „Cocktail“ aus bedenklichen Inhaltsstoffen in industriell gefertigten Kosmetikprodukten ruft oftmals Unverträglichkeiten der Sonnenschutzprodukte hervor – oft ist man dann in dem Glauben, eine Sonnenallergie zu haben, aber die Wahrheit ist eine Reaktion des Chemiecocktails mit den UV-Strahlen und der Hitze auf unserer Haut.


Die Nachteile der chemischen Sonnenschutzfilter ist ihre schnelle Zersetzbarkeit und die Problematik der schlechten natürlichen Abbaubarkeit: sie gelangen in Gewässer und können dort die Tiere und Umwelt schädigen.


Sind alle chemischen Filter schlecht?

Nein, nicht alle chemischen Sonnenschutzfilter sind kategorisch zu verteufeln: Wenn man den richtigen auswählt und ihn in der Creme mit möglichst reizarmen Rohstoffen kombiniert – dass dies in der selbst gerührten Kosmetik durchaus möglich ist und es sehr gute hautverträgliche chemische Sonnenschutzfilter gibt, möchte ich Ihnen in dieser Seminarunterlage erläutern.


Um den bestmöglichen Sonnenschutz für die Haut zu gewährleisten (besonders bei sehr empfindlicher Haut, Babyhaut und Hauttypen I und II und während einer Winterreise in wärmere Gefilde, wenn die Haut nicht vorgebräunt ist), wird eine kombinierte Einarbeitung sowohl von mineralischen als auch chemischen Sonnenschutzfiltern empfohlen!


Zur Reduktion von oxidativem Stress in den Hautzellen, ist es empfehlenswert, Vitamine, Karotinoide und Flavonoide beizufügen – z.B. Vitamin E (oder Pflanzenöle mit einem hohen Anteil dessen) oder Vitamin C.


Körperzellen verfügen zwar teilweise über Enzyme, die bei derartigen Angriffen als Antioxidans bzw. Radikalfänger wirken, doch deren Kapazität ist begrenzt. Antioxidantien scheint es jedoch möglich, den oxidativen Stress für die Hautzellen zu reduzieren und einen zusätzlichen UV-Schutz aufzubauen.




Schutz gegen freie Radikale

Wenn Sie mit mineralischen Filtern arbeiten möchten, dann bedenken Sie bitte auch immer die Möglichkeit, dass diese bis zu einem gewissen Grad freie Radikale auf der Haut freisetzen können.


Daher ist es unheimlich wichtig, in Sonnenpflegeprodukten und After-Sun-Formulierungen immer Antioxidantien beizumischen.


Eine Konzentration von 0,2% Niacinamid (Vitamin B3) bereits präventiv vor Sonnenschäden wirken. Auch von Vitamin A, Koffein, Vitamin C und E, Ubichinon (Coenzym Q-10), Traubenkern (Grape seed) und Ferulasäure (Ferulic acid) hat man herausgefunden, dass sie die Haut vor der Sonne schützen.*


Diese Wirkstoffe bieten weiters einen guten Schutz gegen freie Radikale:

  • Ceramide

  • Ectoin

  • Seidenpeptid

  • OPC (Traubeknern-Extrakt)

  • Ferulasäure

  • Gamma-Oryzanol

  • Phytosteryl Macadmiate


Haben Pflanzenöle einen Lichtschutzfaktor?

Im Internet und sogar in diversen Büchern gibt es die wildesten und vor allem unterschiedlichsten Angaben über vermeintliche Lichtschutzfaktoren von Pflanzenölen.


Schon bevor ich mich bei der Überarbeitung dieser Lektüre wieder intensiver mit dem Thema beschäftigt habe, kam es mir komisch vor, dass reine Pflanzenöle teilweise mit sehr hohen LSF angegeben waren.


Aufgrund der chemischen Zusammensetzung der Pflanzenöle kamen mir diese Angaben und Behauptungen schnell „Spanisch“ vor, also habe ich weiterrecherchiert…


Auf vielen Seiten wird beispielsweise das Himbeersamenöl mit einem LSF von 30-40 (!!!), Karottensamenöl mit einem LSF von 20-30, Kokosöl mit einem LSF zwischen 4 und 20, Sanddorn-Fruchtfleischöl mit einem LSF von 12-25, sowie Sheabutter mit einem LSF von 5-15 angegeben.


Quellen oder Studien, woher diese Zahlen stammen, fehlen aber immer.

Das wäre natürlich toll, ohne Frage – wir könnten auf jeden Sonnenschutzfaktor verzichten und ölen uns lediglich mit dem gewählten Pflanzenöl ein – fertig!


Aber: so leicht ist es leider nicht. ☹


Bedauerlicherweise gibt es keine (relevanten bzw. ernstzunehmenden) Studien, die Lichtschutzfaktoren von Pflanzenölen untersuchen und auch „praktische Werte“ dazu veröffentlichen.

Nach heutigem Wissensstand sind die einzigen beiden Sonnenschutzmittel, die als solche anerkannt sind und wirklich vor UV-Strahlen schützen, mineralische Schutzfilter und chemische Filter.


Bitte denken Sie gründlich nach und recherchieren Sie genau, um zu entscheiden, ob sie Pflanzenöle wirklich als Schutz vor UV-Strahlung ansehen (können und wollen).




*Quelle/Zitat: https://www.dr-jetskeultee.de/blog/warum-antioxidantien-wirklich-nicht-mehr-in-ihren-sonnenpflegeprodukten-fehlen-duerfen/. abgerufen am 12.03.2021

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