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PENTYLENE GLYCOL - Der neue Liebling unter den Konservierungsmitteln


Immer mehr Anhänger/Innen findet dieses Konservierungsmittel unter den Selberrührer/Innen, aber viele sind nach der ersten Verwendung enttäuscht, denn ein Großteil der Formulierungen trennt sich nach Zugabe von Pentylene Glycol wieder.


Pentylene Glycol und seine Einsatzgebiete in der selbst gerührten Kosmetik

  • Konservierungsmittel mit feuchtigkeitsspendender Wirkung

  • Als Feuchthaltemittel (ähnlich dem Glycerin, jedoch ohne austrocknende Eigenschaften und dem klebrigen Auftragsverhalten

  • Als Lösungsvermittler von wasser- und ölhaltigen Bestandteilen

  • Als "Penetration Enhancer" - Pentylene Glycol erhöht die Bioverfügbarkeit von Vitaminen und Wirkstoffen in der Emulsion


Sie können Pentylene Glycol in jeder Art von kosmetischer Formulierung einarbeiten. Er ist in einem pH-Bereich von 3-10 äußerst stabil.


In diesem Beitrag habe ich Ihnen ein kleines Rohstoffportrait zusammengestellt und gebe Ihnen hilfreiche Tipps und Tricks zur Verarbeitung und Einsatzkonzentration.


Doch zuerst die Frage:

Was ist Pentylene Glycol?


Pentylene Glycol (auch als Pentylenglycol, Pentadiol, 1,5-Pentandiol, Pentan-1,5-diol, 1,5-Dihydroxypentan, Pentamethylenglycol oder Pentylenglykol bezeichnet) ist ein zweiwertiger Alkohol, das bedeutet, dass er zwei Hydroxylgruppen im Molekül besitzt.


(Alkoholische) Hydroxylgruppen verleihen dem Molekül polare Eigenschaften, zum Beispiel die Ausbildung von Wasserstoffbrücken - diese Hydroxy-Gruppe ist hydrophil, also wasserliebend.


In der selbst gerührten Kosmetik verwenden wir Pentylene Glycol als neuwertigen und sehr fortschrittlichen Konservierer, denn er ist geruchlos, äußerst hautverträglich und zudem besitzt er feuchtigkeitsspendende Eigenschaften - perfekt also für unsere selbst gerührte Kosmetik!


Pentylene Glycol wird aus Zuckerrohr-Bagasse (dies sind die faserigen, gemahlenen Überreste, die bei der Zuckergewinnung nach dem Auspressen des Zuckerrohrs zurückbleiben) und Maiskolben hergestellt und ist daher hervorragend für die Naturkosmetik geeignet.


Einen weiteren Vorteil bietet Pentylene Glycol wohl für die Hersteller von Naturkosmetik, denn er muss nicht als Konservierungsmittel deklariert werden und die Produkte können mit "Frei von Konservierungsstoffen" beworben werden.





Was bedeutet dies für die Verarbeitung von Pentylene Glycol?

Pentylene Glycol ist also ein stark wasserliebender Alkohol, das bedeutet, die Moleküle im Pentylene Glycol "klammern" sich gerne an Wasser.

Dieser Umstand kann bei der Verarbeitung zu Problemen führen - das haben wir in unseren Versuchen immer öfters festgestellt. Nach einer Vielzahl an Versuchen und Experimenten und einem sehr hilfreichen Gespräch mit einer Professorin für Chemie (Ein herzliches Danke!) haben sich folgende "Einarbeitungshilfen" herauskristallisiert:


Unsere Top-4-Verarbeitungstipps


  1. Pentylene Glycol direkt in der Wasserphase verarbeiten

Erhitzen Sie Ihre Wasserphase auf maximal 65°C, nehmen Sie das Feuerglas von der Platte und arbeiten Sie Pentylene Glycol mit einem starken Rührgerät (z.B. Mini-Mixer) gut in die Wasserphase ein. Alle anderen Inhaltsstoffe der Wasserphase (Gelbildner, Emulgatoren etc.) sollten bereits vorher in der Wasserphase verarbeitet worden sein.

Dann setzen Sie den Herstellungsprozess Ihres Kosmetikproduktes einfach fort.

Der pH-Wert wird wie gehabt erst am Ende gemessen und eingestellt.


2. Pentylene Glycol in der Wirkstoffphase nach dem Einstellen des pH-Wertes hinzufügen

Auch dies ist möglich, jedoch kann es passieren, dass sich die Emulsion nach Zugabe von Pentylene Glycol wieder trennt. Dies geschieht, weil sich die wasserliebenden Molekülteile das Wasser aus der Emulsion wieder "heraussaugen" und so die Kraft der Emulgatoren beeinträchtigen und die Emulsion so brechen lassen.


3. Ein starkes Mixgerät verwenden

Wenn das passiert, dann muss man mit einem Mixer, der eine starke Schergeschwindigkeit hat, diesen chemischen Vorgang unterbrechen. Ein starkes Mixgerät ist dabei von Vorteil - ist das Gerät zu schwach, dann kann die Emulsion nicht mehr wirklich gerettet werden.

Ein paar Tropfen Fluidlecithin Super (einem Kaltemulgator) helfen fast immer, aber so wirklich schön wird die Emulsion dann nicht mehr werden.

Sie ist trotzdem verwendbar, aber mit optischen Beeinträchtigungen und einer kürzeren Haltbarkeit. Also: in diesem Fall: schnell verbrauchen und nicht unbedingt verschenken! ;-)


4. Cetylalkohol (als Co-Emulgator) in der Fettphase verarbeiten

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einarbeitung von Cetylalkohol (in der Fettphase) die Stabilität der Emulsion positiv unterstützt und eine viel problemlosere Einarbeitung von Pentylene Glycol (auch zum Schluss in der Wirkstoffphase) möglich macht.



Sinnvolle Einsatzkonzentrationen

  • Ca. 1% der Gesamtmenge Feuchthaltemittel & Penetrationsverstärker

  • Ca. 3% als Feuchthaltemittel & Konservierungsverstärker (wenn ein anderes Konservierungsmittel zusätzlich verwendet wird)

  • 5% als alleiniges Konservierungsmittel mit feuchtigkeitsspendender Wirkung

(Die Einsatzkonzentration von 5% sollte bei der Verwendung als alleiniges Konservierungsmittel nicht unterschritten werden!)



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